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Richtig füttern

Hallo Koifans,

die richtige Fütterung der Koi und die damit verbundene Zusammensetzung des Koifutters stellt uns Koiliebhaber immer wieder vor Probleme. Was und wie viel, bei welchen Temperaturen soll ich füttern, wie soll das Futter zusammengesetzt sein, Vitamine, Fettgehalt, Ballaststoffe usw. ? All diese Fragen beschäftigen den Koiliebhaber. Nun schreibe ich Ihnen mal eine Auflistung, wie ich die Koifütterung meinen Kunden empfehle und auch selbst schon seit Jahren mit Erfolg handhabe.

Zuerst gehen wir einmal auf die Wassertemperatur ein. Immer wieder lese ich von einer temperaturabhängigen Fütterung. Dies stimmt aber nur zum Teil, denn solange der Koi im Teich seine Bahnen zieht, solange verbraucht er Energie, also benötigt er auch Futter um den Energieverlust zu kompensieren. Besonders im Frühjahr und Herbst kann es durch die niedrigen Wassertemperaturen und die ständigen Temperaturschwankungen zu erheblichen Problemen kommen. Futterzusätze wie etwa Vitaminmischungen kann der Koi meist erst ab ca. 15 Grad Wassertemperatur richtig verarbeiten, sprich zu Energie in seinem Körper umbauen, also komplett  verdauen. Unter dieser Temperatur scheidet der Koi diese Zusätze meist unverdaut wieder aus und, anstatt dem Koi zu helfen, belasten sie nur unseren Filter. Die Verdauung der Nishikigoi ist immer Stoffwechselabhängig und steht somit in direkter Proportion zu der Wassertemperatur. Dem entsprechend ist auch auf die Art der Fütterung im direkten Zusammenhang mit der Wassertemperatur zu achten. Das heißt, je kälter das Wasser, desto leichter muß das Futter zu verdauen sein. In vielen Büchern wird von einer Fütterung ab 10 Grad abgeraten, dies halte ich für einen der größten Fehler und Irrtümer in der Haltung der Nishikigoi.

Das nächste Problem ist die Pelettgröße des Futters. Oftmals fragen mich meine Kunden warum ich so kleine Peletts füttere. Dazu ist zu sagen, daß Sie ja auch nicht ein ganzes Steak auf einmal verschlucken. Der Koi hat keinen Magen und je kleiner die Nahrung ist, desto besser kann er diese in seinem Darmtrakt verdauen. Ich füttere meinen Koi einen Pelettmix von 3 bis 6 mm, größer gehe ich nicht, selbst bei Koi von 80 cm nicht. Und glauben Sie mir, auch diese großen Koi bekommen genug Futter ab und fressen selbst die kleinsten Peletts mit Freude.Also, unter 15 Grad Wassertemperatur füttere ich ein leicht verdauliches Weizenkeimfutter (Wheat Germ) gemischt mit einem Sinkfutter, das auf die Bedürfnisse der Nishikigoi abgestimmt ist. Um den Koi wichtige Energien, sprich Fette zuzuführen, reichere ich das Futter ab und an mit Seefischölen (oder Lebertran) an. Seefischöl kann von den Koi noch bei niedrigsten Temperaturen als Energieträger verwertet werden. Ich füttere dann über 10 Grad einmal täglich und unter 10 Grad alle zwei bis drei Tage etwa einen Teelöffel dieses Futters pro 40 cm Koi.

Anders sieht dies bei einer Wassertemperatur von über 15 Grad aus. Hier füttere ich einen Futtermix aus Spirulina, High Growth, einem farbverstärkenden Futter, einem Allgemeinfutter und einen Anteil von etwa 10 % eines Sinkfutters, alles in den Pelettgrößen 4 bis 6 mm. Nicht jeder Nishikigoi mag das schwimmende Futter, einige Tiere sind sehr zögerlich oder fressen lieber vom Boden. Aus diesem Grund mische ich die 10 % sinkendes Koifutter bei. Zusätzlich wird das Futter alle drei Wochen mit Vitaminen und Seefischölen angereichert. Immer in der Menge, die ich in vier bis fünf Tagen verfütter. Später beschreibe ich noch genau die Herstellung solch eines angereicherten Futters. Von diesem Futter füttere ich drei- bis fünfmal über den Tag verteilt ca. 1 Eßlöffel pro 40 cm Koi. Bei solch einer Fütterung gilt es aber die Wasserwerte unbedingt im Auge zu behalten. Durch den enormen Proteingehalt des Futters wird dem Filter sehr viel Arbeit zugemutet. Also auf Ammonium und Nitrit achten, denn wo viel Futter ist, da ist auch viel Arbeit für die Filterbakterien durch die enorme Ausscheidungsmenge an Kot durch die Koi.

Nun zur Futterbereitung:

Unter 15 Grad Wassertemperatur nehme ich 1000 Gramm Wheat Germ und drei bis vier Eßlöffel Seefischöle. Das Futter muß etwa 30 Minuten ruhen und ab und zu umgerührt werden, damit die Seefischöle sich sowohl auf allem Peletts verteilen und von den Peletts auch aufgesaugt werden können. Im Kühlschrank hält sich dieses Futter, in einer Schüssel mit dem Deckel luftdicht verpackt locker 14 Tage, aber solange braucht es nicht, bis ich es verfüttert habe. Wie gesagt, ich füttere unabhängig von der Wassertemperatur, solange die Koi ihre Bahnen durch den Teich ziehen. Diesem schwimmenden Futter gebe ich nach dem Anmischen mit den Seefischölen noch 500 Gramm sinkendes Futter bei. Ich verwende ein Sinkfutter, das schon genug Seefischöle enthält, somit entfällt das Auffetten mit Seefischölen bei diesem Futter.

Über 15 Grad Wassertemperatur nehme ich 1000 Gramm des oben schon beschriebenen Futtermix. Zuerst wird der Futtermix mit einem bis zwei Eßlöffel Vitaminen versehen. Auch hier gilt öfters umrühren und die Vitamine in die Peletts einziehen lassen. Nach ca. 15 Minuten haben sich die Peletts voll gesaugt. Nun gebe ich wieder drei bis vier Eßlöffel Seefischöle auf das Futter. Es verhindert, daß die Vitamine aus den Peletts ins Teichwasser geschwemmt werden. Somit gelangen die Vitamine dahin, wo sie hin sollen, nämlich in den Koi. Auch hier gilt 30 Minuten warten und ab und zu umrühren, damit auch alle Peletts mit Seefischölen benetzt werden. Die Haltbarkeit dieses Futters beträgt im Kühlschrank genauso mindestens 14 Tage. Dieses angereicherte Futter füttere ich alle zwei Tage. An den anderen Tagen verwende ich nur den oben beschriebenen Futtermix. Montag ist Ruhetag, das heißt ein Diättag für die Koi. An diesem Tag bekommen die Koi kein Futter. Außer den Leckerlis kann man den Koi auch Nudeln, Reis, Kartoffeln, Gemüse, Zitrusfrüchte und diverse Salate füttern. Sie decken zusätzlich den Vitamingehalt ab, sorgen für Abwechslung und kurbeln die Verdauung an. Aber wie gesagt, alles mit Maß und Ziel. Immer die Wasserwerte im Auge behalten und lieber etwas weniger füttern, denn wie der Japaner schon sagt, nur hungrige Nishikigoi sind gesunde Nishikigoi. Bedenken Sie immer, dass unsere Lieblinge keinen Magen haben und dadurch auch kein Sättigungsgefühl kennen. Die Tiere haben immer Hunger und fressen fressen und fressen, wenn sie ihnen die Möglichkeit dazu geben.

Ich persönlich habe mit dieser Art der Fütterung sehr gute Erfahrungen, was Vitalität und Gesundheit meiner Koi betrifft, gemacht. Auch den Diättag finde ich gut, er dient der Darmreinigung und der Vitalisierung der Koi. Ich hoffe Ihnen mit dieser Beschreibung einige Fragen zum Thema "Richtig Füttern" beantwortet zu haben. Ich verwende seit 2017 nur noch Koi Menue und mein Futtermix für den Sommer besteht auf 10 Kilo hoch gerechnet aus 3 Kilo Goldkorn, 3 Kilo Aquamix Gold, 1 Kilo Color, 1 Kilo Senior und 2 Kilo Winter Fit (sinkendes Koifutter). Im Winter oder besser gesagt unter 12 Grad Wassertemperatur empfehle ich meinen Kunden einem Mix von Goldkorn und Winter Fit zu gleichen Teilen. Mehr über das Koi Menue Koifutter können sie hier auf der Homepage nachlesen.

Ihr
mario unterschrift klein