L.A Cool Waters



14-2019

15-3006

15-5001

15-1017

14-4001

Masuhara08a

14-1008

15-3009

15-2042

Kohaku


Keine andere Zuchtform hat es zu soviel Ruhm und Ehre gebracht wie der Kohaku. Der Kohaku ist ein weißer Nishikigoi mit roter Zeichnung und wird in die Klasse der Go Sanke eingeordnet. Kein anderer Nishikigoi wird in einer so großen Anzahl und von so vielen Züchter (über 70 %) in Japan gezüchtet und keine andere Koivarietät hat so viele Preise auf den wichtigsten Shows dieser Welt errungen.


Der Kohaku besticht durch seinen voluminösen Körperbau, seine reine schneeweiße Haut und seine tiefroten stark abgegrenzten Flecken. Man unterscheidet bei den Nishikigoi zwei Abgrenzungsmerkmale. Zum Einen ist es die Abgrenzung zum Kopf hin, japanisch “SASHI“ genannt und zum Zweiten ist es die Abgrenzung zum Schwanz hin, auf japanisch “KIWA“ genannt. Bei noch jungen Tieren die sich im Wachstum befinden sind diese Grenzen noch etwas verschwommen. Bei einem ausgewachsenen Tier sollten diese Grenzen jedoch scharf abgezeichnet sein. Bei der Beurteilung von sehr guten Kohaku unterscheidet man noch das Kiwa in “Maruzome Kiwa“, dies bedeutet, dass die Schuppe vollkommen rot ist und das “Kamisori Kiwa“, wo die Schuppe nur bis zur Hälfte vom Rot, japanisch “Hi“ genannt bedeckt ist.

Über die Jahre der Koizucht wurde kein Nishikigoi so oft gezüchtet und es entstanden bei keiner Koivarietät so berühmte und eine Vielzahl von Blutlinien wie bei dem Kohaku. Die beiden bekanntesten Blutlinien aus denen sich alle anderen Blutlinien abspalteten sind die Gosuke- und die Tomoinblutlinie. Tomoeon Hoshino aus Yamakoshi in Niigata hat über die Jahre mit Tieren aus der Gosukelinie die berühmteste Kohakublutlinie hervorgebracht. Diese Blutlinie ist der Ursprung aller Heute gezüchteten Kohaku. Seine Tomoinblutlinie, die als erste eine gleich bleibende tiefe Rotzeichnung auf schneeweißer Haut hervorbrachte entstand um 1950.

Die berühmtesten und zum Teil noch heute gezüchteten Blutlinien sind Tomoin (gezüchtet von Tomoeon Hoshino), Buketa (gezüchtet von Buketa Sato aus Mushigame), Yagozen (gezüchtet von Sukenojo Hiroi aus Ojiya), Dainichi (gezüchtet von Minoru Mano, Ojiya), Sensuke (gezüchtet von Sakutaro Tsuna……und von der Sakai Koifarm in Hiroshima und der Okawa Koifarm in Fukuoka zur erfolgreichsten Kohakublutlinie der Welt verfeinert) und die Manzoblutlinie.

In den Analen der japanischen Koishows werden zwei Kohaku als die Besten der Besten gelistet. Eine davon ist Loran, gezüchtet auf der Okawa Koifarm aus der Sensukeblutlinie und Kamenoko aus der Dainichiblutlinie. Beide Koi haben in Japan große Shows gewonnen, wobei Loran die Shinkokai, also die Weltmeisterschaft der Koi, zweimal als Grand Champion wieder verließ.

Immer wieder stellt man sich die Frage, was einen guten Kohaku eigentlich ausmacht oder woran man die Qualität eines Kohaku wirklich erkennt. Der Kohaku ist rot und weiß und nichts Anderes. Alle anderen Farben oder Farbnuancen haben einen direkten Einfluss auf die Qualität dieser Varietät. Gelbliche Haut, unterschiedliche Rottöne oder weißliche Schuppen in der roten Zeichnung sind ein Qualitätsmanko und machen den Kohaku minderwertig. Dabei ist aber zu beachten, das sehr junge Kohaku meist noch nicht die Reinheit und die Farbtiefe eines erwachsenen Tieres erreicht haben.
Im Gegensatz zu anderen Varietäten zeigt sich beim Kohaku jedoch sehr früh, welcher Koi Potenzial hat und welcher nicht, ins besonders was die Hautqualität anbelangt. Leicht gelbliche Köpfe oder unterschiedliche Rotfärbungen vom Kopf zum Körper bei jungen Kohaku sind nicht ungewöhnlich, bei einem Koi ab dem zweiten Lebensjahr oder gar bei erwachsenen Tieren aber absolut unerwünscht.
 
Ein Kohaku besticht durch seine maskuline Ausstrahlung. Ein breiter Körperbau, großer Kopf und ein symmetrisch zulaufendes Ende ist dabei ausschlaggebend. Die Hautqualität muss reinweiß und mit hohem Glanz versehen sein und die rote Zeichnung sollte vom Kopf bis zum Schwanz in einem Rotton erscheinen. Die rote Zeichnung sollte gleichmäßig und ausgewogen auf dem weißen Körper des Nishikigoi sitzen.
Zu viel oder zu wenig Rot lässt den Koi unausbalanciert erscheinen und weckt den Eindruck als sei die Zeichnung etwas verwaschen. Auch die Tiefe des Hi findet bei der Bewertung ihren Platz. Ein zu tiefes Rot wirkt überlagernd und unausgewogen. Ein zu blasses Rot wirkt unsauber, undynamisch und schmutzig.

Wie sie sehen ist es gar nicht so einfach einen guten oder besser gesagt sehr guten Kohaku zu züchten. Durch die Zweifarbigkeit dieser Variante wird ein noch so kleiner Fehler sofort sichtbar und kann das gesamte Erscheinungsbild des Kohaku trüben.
Der Kohaku wird als König der Nishikigoi bezeichnet und erreicht durch die stetige Verfeinerung der Zucht nicht selten die Jumbogröße von über 80 cm, einige Exemplare überspringen mittlerweile sogar die 90 cm Marke. Wohin die Reise gehen kann, nun ja, das wird die Zeit zeigen. Ich gehe davon aus, das in den nächsten Jahren der Grand Champion der Shinkokai mit Sicherheit die 100 cm Marke überspringen wird…

Mal sehen ob ich recht behalte. Betrachtet man mal die Interkoi näher, so wird man in den Siegerlisten der Grand, Surpreme, Adult und Best Tategoi Champions meist nur Kohaku finden. Schafft es mal eine andere Varietät den Olymp dieser Preise zu erklimmen, dann handelt es sich hierbei meist um einen anderen Nishikigoi aus der Go Sanke Gruppe.

Ihr

mario unterschrift klein